Richtig Lernen: Fünf Lernmethoden und Lerntechniken im Überblick

Die Prüfungsphase nähert sich und du solltest langsam zu lernen beginnen? Aber der Berg an Lernstoff ist gigantisch und kompliziert wie noch nie? Wir zeigen dir, was du beim Lernen beachten musst und mit welchen Lerntechniken und Lernmethoden du die Prüfungen garantiert überstehst!

Die wichtigste Info vorweg: Es ist im Endeffekt nicht relevant, wie viele Stunden du lernst. Wichtig ist, dass du richtig lernst! Denn mit der falschen Technik machst du es dir unnötig schwer und behältst den Stoff auch viel schlechter im Kopf. Die richtige Lerntechnik oder Lernmethode kann dir also helfen, Zeit zu sparen, mehr Informationen aufzunehmen und natürlich gute Prüfungsergebnisse zu bekommen. 

Welcher Lerntyp bist du?

Grundsätzlich sollten alle Studierenden wissen, welchen Lerntyp sie haben. Kennst du deinen? Ideal wäre es, wenn man den Lerntyp schon viel früher ermittelt – das würde vielen Kindern die Schulzeit erleichtern. Wenn du deinen Lerntyp noch nicht kennst, ist das kein Problem. Online gibt es viele Tests, die dir dabei helfen können, ihn zu bestimmen. 

Warum der Lerntyp so wichtig ist? Weil jeder Mensch anders lernt! Dein Lerntyp kann der Grund dafür sein, warum du manche Dinge besser aufnehmen kannst als andere. Allgemein wird zwischen vier verschiedenen Lerntypen unterschieden:

Ein Überblick über die vier Lerntypen nach Vester – auditiv, visuell, motorisch, kommunikativ – und die optimalen Lernstrategien für alle vier.

Je nach Lerntyp werden auch die folgenden Lerntechniken besser oder schlechter zu dir passen. Einfach ausprobieren!

Lernmethode 1: Die Loci-Methode

In der Loci-Methode geht es grundsätzlich darum, eine Information mit einem bestimmten Ort in Verbindung zu bringen. Dazu kannst du zum Beispiel deinen Weg zur Uni heranziehen: Das schmiedeeiserne Gartentor, der große Baum am Weg zum Bus, das Wartehäuschen an der Bushaltestelle, das Haus mit der roten Fassade, die Bäckerei an der Ecke, … 

Pick dir die markantesten Orte heraus, die du dir bestimmt merken wirst. Und dann verknüpfst du jeden Ort mit einem Fakt, den du dir merken willst. Wenn du dann bei der Prüfung in Gedanken deinen Weg zur Uni durchgehst, kannst du daraus auch auf die Informationen schließen. 

@captaincampusblog Kennst du schon die Loci-Methode? 😌 #captaincampus #studytok #studentproblems #studygram #study #smallbusiness #studenthacks #studentblog ♬ Disappear (Edit) – Matt Lowe

Die Lernmethode eignet sich am besten, wenn du dir Informationen in einer bestimmten Reihenfolge merken möchtest. Aber auch für andere Arten von Aufzählungen oder zum auswendig Lernen funktioniert sie top! Der Nachteil dieser Technik ist natürlich, dass man sich einigermaßen gut an seinen Heimweg erinnern muss … 

Lernmethode 2: Die Pomodoro-Technik

Die vermutlich bekannteste Lerntechnik ist die Pomodoro-Technik. Pomodoro bedeutet auf Italienisch Tomate und leitet sich von italienischen Eieruhren mit Tomaten-Design ab. Klingt weird? Macht nichts, denn die Lernmethode ist unkompliziert und wirksam. Es geht darum, sich seine Lernzeit in kleine Blöcke mit regelmäßigen Pausen einzuteilen. 

Zuerst definierst du deine Lernziele und teilst deine Aufgaben in Blöcke ein. 25 Minuten effektives arbeiten, dann 5 Minuten Pause. Nach vier Blöcken von 25 Minuten gibt es dann eine längere Pause von 15 bis 20 Minuten. Sinn der Sache ist es, Abschweifen zu vermeiden und dem Gehirn durch die Pausen, Zeit zum Verarbeiten zu geben. Sehr umfangreiche Aufgaben erscheinen durch die Pomodoro-Technik leichter zu bewältigen und ein kontinuierlicher Fortschritt lässt sich beobachten. 

Grundsätzlich kann man die Pomodoro-Methode vielseitig einsetzen. Egal ob beim Lernen, beim Schreiben einer Hausarbeit oder beim Erledigen einer beliebigen anderen unliebsamen Arbeit.  

Auf Youtube findest du eine riesige Menge an Videos, die nach dem Pomodoro-Prinzip gestaltet sind, die du während dem Lernen laufen lassen kannst.

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Lerntechnik 3: Lernen mit allen Sinnen

Hier kommen wir zurück auf die oben genannten Lerntypen. Je nachdem ob du dich den auditiven oder den visuellen Lerner*innen zuordnest, kannst du den jeweiligen Sinn beim Lernen miteinbeziehen. 

Für den visuellen Typen eignen sich Visualisierungen besonders gut. Gestalte zum Beispiel Plakate, Lernposter oder eine Mindmap, die den Lernstoff darstellt, fertige passende Skizzen an oder verwende einen Farbcode für deine Unterlagen. 

Um den Hörsinn anzusprechen könntest du es mit folgendem Trick probieren: Sprich den Lernstoff auf ein Aufnahmegerät oder auf dein Handy und hör dir diese Datei immer wieder an – beim U-Bahn fahren, beim Putzen oder beim Spazierengehen. So verinnerlichst du den Stoff ganz nebenbei. Auch Lernstoff mit Melodien zu verbinden, kann bei der auditiven Lernmethode wirksam sein. Höre dir beim Lernen eine bestimmte Melodie an und versuche den Stoff im passenden Rhythmus mitzuträllern. Das mag zu Beginn ungewohnt sein, aber es macht Spaß und bleibt im Kopf.

Lerntechnik 4: Die SQR3-Methode

Bei dieser Technik sollen sehr komplexe wissenschaftliche Texte sinnerfassend gelesen und verstanden werden und in weiter Folge auch länger im Gedächtnis bleiben. Der Name SQ3R setzt sich zusammen aus den fünf Phasen, die bei dieser Lesetechnik durchlaufen werden: Survey, Question, Read, Recite, Review. Oder auf Deutsch: Überblicken, Fragen formulieren, Lesen, Wiedergeben, Reflektieren. 

@captaincampusblog Hast du schon mal mit der SQR3-Methode gelernt? #captaincampus #studytok #studentproblems #studygram #study #smallbusiness #studenthacks #studentblog #studyhacks #studywithme ♬ The Painter – Jaem

  • In der ersten Phase schaffst du dir einen Gesamtüberblick über den Text. Wer hat’s geschrieben? Wie ist der Text gegliedert? Wie sieht das Inhaltsverzeichnis aus? Welche Schwerpunkte setzt das Werk? 
  • In der zweiten Phase stellst du dir selbst die Frage, was du dir von diesem Text erwartest. Was erhoffst du dir, zu erfahren? Welche Fragen hast du zu diesem Thema, die durch das Lesen des Textes geklärt werden sollten? Halte diese Fragens schriftlich fest, damit du am Ende auf sie zurückkommen kannst. 
  • Die dritte Phase: Lesen. Nimm dir dazu einen Textmarker zur Hilfe und markiere wichtige Stellen. Behalte auch die Fragen aus Phase zwei im Kopf. 
  • Einmal durchgelesen beginnt Phase vier. Hier gehst du jeden Textabschnitt noch einmal extra durch und machst dir Notizen, Skizzen oder Mind-Maps zum Inhalt. 
  • Im letzten Schritt betrachtest du das Gesamtbild. Haben sich deine offenen Fragen geklärt? Ergeben deine Notizen ein abgeschlossenes Bild, oder sind Lücken geblieben? 

Nach diesem Prinzip gelingt es dir bestimmt, jeden noch so komplizierten Text zu erfassen. Zwar wirkt die Methode langwieriger als einfaches Durchlesen, aber du wirst dir den Inhalt deutlich besser merken können! 

Lernstrategie 5: Karteikarten

Diese Lernmethode wirst du bestimmt noch aus dem Englischunterricht in der Unterstufe kennen, stimmts? So simpel Karteikarten auch sein mögen, geraten sie doch oft in Vergessenheit oder ihr Nutzen wird unterschätzt. Denn der Lernerfolg mit Karteikarten ist wirklich enorm. 

Zur Technik werden wir nicht viel sagen müssen – der Begriff kommt auf die eine Seite, die Erklärung auf die andere Seite der Karte. Und schon wird losgelernt. 

@captaincampusblog Kennst du schon alle Tricks beim Lernen mit Karteikarten? 🤓 #captaincampus #studytok #studentproblems #studygram #study #smallbusiness #studenthacks #studentblog #studyhacks #studywithme ♬ Luxury fashion (no vocals) – TimTaj

Karteikarten eignen sich natürlich hervorragend zum Vokalbellernen, aber auch anderer Lernstoff lässt sich sehr gut auf die kleinen Kärtchen übertragen. Fachbegriffe, Formeln aber auch ganze Prüfungsfragen finden gut Platz auf den kleinen Kärtchen. Übrigens, die Kärtchen kann man nicht nur in der allbekannten Mini-Version sondern auch in deutlich größeren Formaten erwerben, je nachdem, was passend für deinen Lernstoff ist. 

Richtige Lernmethode für dich dabei gewesen? Perfekt. Dann losgelernt! Wie du rausfindest, was prüfungsrelevant ist, erklären wir dir natürlich auch. Und auch, wie du deine Antriebslosigkeit im Studium loswirst, wenn du dich nicht motivieren kannst.

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